Die Einwohner der Charente-Maritime nennen die Weinbergschnecke „Cagouille“ und bevorzugen damit diesen liebevollen Ausdruck gegenüber dem gewöhnlich verwendeten Begriff „Escargot“. Die in der Region heimische Gefleckte Weinbergschnecke, soll - so sagt man - durch den Kontakt mit der mit Cognac getränkten Erde noch besser werden. Sie erhalte von dieser ihren einzigartigen, zarten und intensiven Geschmack.
Das Land der „Cagouillards“
Die Einwohner der Saintonge werden auch die „Cagouillards“ genannt. Das zeigt, wie wichtig den Bewohnern der Charente-Maritime dieses berühmte Weichtier ist. Das Tierchen hat sogar seit 1978 einen eigenen Interessenverband, der sie jedes Jahr am ersten Wochenende im September in Saint-Sauveur d’Aunis feiert.
Schneckenzucht
Die Charente-Maritime ist auf nationaler Ebene der größte Produzent für Weinbergschnecken. Die Schnecken pflanzen sich nach einer Winterschlafphase fort. Danach werden die Eier in Parks gezüchtet. Die Gefleckte Weinbergschnecke ist bereits nach 6 Monaten ausgewachsen, während sie in der freien Natur dieses Stadium erst nach 12 bis 18 Monaten erreicht. Sie ist dann 2 bis 3 Zentimeter groß und wiegt 8 bis 12 Gramm.
Unterschiedliche Rezepte
Die „Cagouille“ kann in der freien Natur gesammelt werden oder aus einer Schneckenzucht stammen, doch schließlich endet sie immer auf unseren Tellern. Ob kurz mit kochendem Wasser überbrüht, gegrillt, gedünstet oder auch mit Pineau des Charentes in einem Eintopf – sie vermag stets die Gaumen der Feinschmecker zu erfreuen.